Erfolgreicher Flugtag 2015

Bereits am Samstag trafen Flugzeuge ein, die am Sonntag am Flugprogramm teilnahmen. Dazu gehörten die North American AT-6, Pilatus P2 und auch eine Piper PA-18 Super Cub. In loser Folge waren unter anderem Kunstflüge zu bestaunen. Zu Besuch und zu bewundern, kam für den Nachmittag noch eine Me108 Taifun. Einige Besucher nahmen die Möglichkeit eines Rundfluges über dem Schwarzwald wahr.

Am Sonntag dann gab es zunächst einen musikalischen Rahmen, gespielt von der Wildberger Stadtkapelle. Nach der Begrüßungsrede vom Wildberger Bürgermeister Ulrich Bünger und Dr. Christian Hentschel, dem ersten Vorsitzenden der Flugsportvereinigung (FSV) Wächtersberg, wurde das über drei Stunden andauernde Programm eingeleitet mit dem Absprung der neun Fallschirmspringer des FSC Calw. Aus 4.000 Metern Höhe sprangen sie einer Pilatus PC-6 Porter. Sie bildeten im freien Fall bei 180 bis 250 Kilometern pro Stunde eine 6er- und 3er-Formation und landeten sicher vor den tausenden anwesenden Besuchern.
Martin Losberger und René van der Helm begleiteten das Programm am Mikrofon. Martin, zugleich auch Organisator des Flugtages, wusste erstaunlich viele Details über die Flugzeuge und Piloten zu erzählen. “Ich bin Flugfanatisch, liebe alles was fliegt!” sagte Martin. So schraubt er gerne an Fliegern und hat schließlich eigenhändig schon zwei restauriert. Praktisch die ganze Familie fliegt, neben seinem Bruder und Schwager auch seine beiden Söhne.
Im Segelflugkunstflug schwang sich Vereinsmitglied Patrick Hagel (19 Jahre alt) mit der vereinseigenen ASK 21 rund dreieinhalb Minuten durch die Lüfte, zeigte Figuren wie Kubanische Acht, Turns und auch einen anspruchsvollen Rückenkurvenflug, wo für dreißig Sekunden eine negative Belastung von 3g auftreten, er also mit dreifacher Erdbeschleunigung kopfüber in die Gurte gedrückt wird. Andere Figuren sorgten für bis zu 6g, was knapp an der für die ASK21 zulässigen Maximalbelastung liegt. Das vor dem Publikum präsentierte Kunstflugprogramm wurde während eines Trainingslagers Anfang diesen Jahres zusammen mit Robin Kempter, dem amtierenden deutschen Meister im Segelkunstflug, erarbeitet.
Ebenfalls von einem Vereinsmitglied gesteuert, gab es mit dem Doppeldecker Christen Eagle 2 Motorkunstflug. Unmittelbar danach gab es ähnlich spektakulär und ebenfalls mit Rauch geflogene Figuren mit einem Modell des gleichen Flugzeuges im Maßstab 1:2, also halber(!) Größe. “Die fliegt sich wie das echte Flugzeug” wusste Thomas Lohrer aus Dornstetten zu berichten. Diesen Vergleich kann er machen, da er auch im richtigen Leben ein solches Flugzeug fliegt.

Das Highlight war für viele die North American AT-6 aus Tannheim, mit dem Nicknamen “Miss Las Vegas”. Mit 600PS und dem tiefen sonoren Brummern aus neun Zylindern des Sternmotors mit seinen 22 Litern Hubraum flog Hansjörg Dümmel wunderschöne Figuren. Als Condor Pilot fliegt er sonst Urlauber auf Boeing 767 zu den Feriendestinationen.
Das 1941 erbaute Flugzeug ist immer wieder eine Attraktion auf Flugtagen und begeistert die Zuschauer nicht nur durch den einzigartigen und satten Klang des Sternmotors, sondern hinterlässt durch das elegante Flugbild bei vielen einen bleibenden Eindruck. Die „Miss Las Vegas“ ist seit Frühjahr 2007 nach jahrelanger und umfangreicher Restauration wieder flugfähig und in Deutschland zu sehen.

Als Kontrast zum vorigen Programmpunkt wurde das Oldtimer Segelflugzeug Grunau Baby (Baujahr 1953), das mit über 4000 Exemplaren mit am Meisten gebaute Segelflugzeug aus den 1940er Jahren, im Besitz und geflogen vom Vereinsmitglied Manfred Schwämmle, im Flugzeugschlepp gemächlich von einer 1959 gebauten und von 135 PS angetriebenen Piper PA-18 Super Cub in die Höhe geschleppt. Die Pilotin des Schleppflugzeuges, Hildrud Garthe, auch “Hilou” gerufen, besitzt dieses Flugzeug zusammen mit Ehemann Claus-Dieter und sind das fliegende Ehepaar aus Mannheim mit fliegerischer Heimat in Heppenheim. Sie sind für den Baden-Württembergischen Luftfahrtverband ehrenamtlich aktiv in der Ausbildung von Fluglehrern

Weitere Modellflugzeuge mit Strahltriebwerken und ein Hubschrauber sorgten für Abwechslung im Programm. Unter anderem die Messerschmitt Me 163 Komet mit Ihrem Strahltriebwerk und Überflügen bei 200 Kilometern pro Stunde. Zur Erheiterung und Überraschung für Groß und Klein sorgte “der fliegende Rasenmäher”. Ein einem echten Rasenmäher täuschend ähnlichem Flugmodell, das auch Loopings und Rollen fliegen konnte.

Zahlreiche Oldtimer Autos, Motorräder und Traktoren waren zu bestaunen. Youngtimer und Oldtimer aus verschiedenen Epochen glänzten in der prallen Sonne um die Wette. Die aus den umliegenden Landkreisen angereisten Einzelteilnehmer. “Es waren 130 Autos, 47 Motorräder und 50 Traktoren zu Besuch.” freute sich Organisator des Oldtimertreffens, Roland Reinhardt. Neben dem ältesten Auto aus dem Jahr 1936, einem Ford Pickup, bewunderten viele Besucher das 1924 erbaute D-Rad von den “Deutschen Industriewerken” aus Berlin Spandau. Roland fliegt auf dem Wächtersberg, fährt aber selber auch gerne seinen Mercedes 732 SL aus dem Jahr 1963 und nennt sieben Oldtimer Motorräder sein eigen.

Am Ende des Tages freute sich Christian Hentschel als Vorsitzender der FSV Wächtersberg über den gelungenen sowie erfolgreichen Flugtag und die zahlreichen Besucher. “Das war ein tolles Team!” sagte er an die vielen Helfer gerichtet und dankte Allen.
Edgar Leckel aus Oberjettingen, Besucher des Flugtages (und das immer wieder seit über 35 Jahren), bestätigte, dass es wieder ein sehenswerter Flugtag war. “Es ist eine gelungene Mischung aus Oldtimer Flugzeugen sowie modernen Flugzeugen. Schön ist es auch in der familiären Umgebung die großen Modellflugzeuge direkt im Vergleich neben den echten Flugzeugen zu sehen, was man sonst woanders nicht in dieser Form hat. Eine tolle Ergänzung ist das Fahrzeug-Oldtimertreffen, das seit ein paar Jahren nun fester Bestandteil der Veranstaltung ist.”

Impressionen vom Tag:

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