RF5 und Stradivari

Was hat eine RF5 mit einer Stradivari gemeinsam? Nun, beide sind aus Holz, beides sind fantastische Geräte und sie haben sich in Italien getroffen.

Nach Italien fliegen und ein schönes Wochenende verbringen. Essen, trinken, Kultur bestes Wetter – das wünscht sich wohl ein jeder. Italien mit dem Flieger bereisen, das stand noch immer ganz oben auf meiner Liste. Die unsäglichen Steuerkapriolen Italiens haben sich  – Gott sei Dank – in Luft aufgelöst. Ende Juni kam es dann schneller als erwartet. Nachdem ich zufällig Patrick Faucheron auf dem Flugplatz Speyer getroffen habe, hatte ich schnell eine Einladung zum „Stradivari Fly In“ nach Cremona auf dem Tisch, zusammen mit dem CFI (Club Furnier International).

Einmal transalp und zurück? Das Wetter war vielversprechend – also zusagen und los.

Hinflug und erster Tag

Am Freitag morgen ging es zuerst vom Wächtersberg nach Tannheim, Treffen mit den andern RF’s. In der Nacht zuvor hatte es gestürmt und gewittert, am Morgen hingen noch Reste von Windsack und Schauern in der Luft die aber keine Probleme bereiten sollten.

Nach 50 min Flug erreichte ich Tannheim und nach und nach kamen die restlichen RF‘s eingetrudelt, die meisten aus dem Süden Deutschlands, eine aus Hannover (RF7) und zwei aus Frankreich (RF3, RF4). Insgesamt standen dann 9 RF’s auf dem Flugplatz Tannheim zum Sprung über die Alpen bereit. (Die Endurance einer RF4 läßt sich mit Zusatztank im Gepäckraum doch erheblich steigern).

Aufgeteilt in zwei Gruppen (die schnellen RF5er und die etwas langsameren RF7, 3, 4er) ging es mit zwei aktivierten Flugplänen in lockerer Formation los. 11:35 abgehoben, die Alpen in strahlendem Sonnenschein vor uns, kein Wölkchen am Himmel. Erst mal via Reute über den Fernpass nach Innsbruck. München FIS hat uns bei passieren der Grenze an Wien FIS übergeben, aber es war kein Funkkontakt möglich. Erst nach dem einbiegen ins Innsbrucker Tal hatten wir Kontakt mit Innsbruck Turm. Von dem bekamen wir prompt die Freigabe über Wiskey 1, Wiskey 2 nach Sierra.

War nicht viel los über Innsbruck und so zuckelten die 9 RF’s ins Brennertal hinein, Flughöhe ca. 8000 ft, nächster Meldepunkt Brenner.

Ab Brenner wurden wir von FIS Wien an FIS Padova übergeben, und wieder war kein Kontakt möglich für die nächste ½ Stunde. Wir passierten Bozen und Trient, mit dem näher Kommen der Po-Ebene wurde die Sicht immer diesiger. Die Luftfeuchtigkeit hat die Flugsicht deutlich reduziert auf ca. 8 km. Das soll im Sommer wohl immer so sein, stellte aber kein Problem dar.

Kurz hinter Trient flog ich etwas westlicher am Ostufer des Gardasee’s entlang, die restliche Gruppe folgte ca. 10 km östlicher der Autobahn. Ich wollte den Gardasee sehen, aber die Sicht war schlecht. Einige Cumulus Wolken um mich herum und eine spektakuläre Sicht auf die umgebenden Gipfel entschädigte mich.

Meldepunkt Peschiera am Ende des Gardasee’s erreicht, noch ca. 7000 ft Flughöhe und nur noch knapp 60 km bis zum Ziel. Ich bat um Durchflug durch den Luftraum Delta um direkt nach Cremona zu kommen, darauf hatte mich der Kontroller aus Padova  an Verona Approach übergeben. Und der hörte gar nicht auf zu Reden. Italiener halt, könnte man denken – aber es war wirklich viel Betrieb im Luftraum um Verona. Nach ca. 4 min wurde ich erhört, konnte mich verbal zwischen LH und Militärjets drängen. Zu meiner Überraschung habe ich die Freigabe erhalten und bin in schnellen Sinkflug durch den Luftraum. Der restliche Verkehr wurde großzügig umgeleitet, (LH über mich drüber und das Militär unter mir durch), toller Service!

Cremona, in Sicht, schnell noch den Turm angefunkt, wieder keine Antwort, also über den Platz, Windsack anschauen und dann rein.

Ich war der erste (2 ½ h), die andern RF’s kamen wie an einer Perlenschnur herein. War schon ein schönes Bild!

Noch ein Wort zur Temperatur: Schon im Sinkflug traf mich der Schlag. In 8000 ft Höhe mit einer leichten Briese aus der Lüftung ist mir nichts aufgefallen, aber unten waren es 32°C, hohe Luftfeuchtigkeit (und hohe Mückendichte).

Wir haben es geschafft, ich war begeistert. Meiner erste echte Alpenüberquerung, das erste mal in Italien mit dem Flieger! Meine Begeisterung kennt keine Grenzen, das Wochenende kann kommen.

Und soviel sei schon mal verraten: Was uns an Kultur, Freundlichkeit, Essen und Service präsentiert wurde sucht seinesgleichen! Doch dazu später mehr, Fortsetzung folgt.

René

Daten Fr. 29.6.2012 – So 1.7.2012

Route: Wächtersberg, Tannheim, Reute, Innsbruck, Brenner, Bozen, Trient, Peschiera, Cremona

Karten: Jeppesen ED-4, LI-1

Bericht als PDF:[Download nicht gefunden.]

 

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